Christiane Wetzel |  works  |  vita   |  text  —  traumprotokolle  |  contact
Auszüge aus Traumprotokollen


4. 3. 2001

Ein Fest soll es geben auf Sorst, alles ist aufgeräumt. Ein paar dicke schwarze Chorsängerinnen haben so rote Plastikdrachenflügel zum Umschnallen und segeln damit vom Dach auf den Laubengang in den Hof, eine ziemlich riskant im Sturzflug mit Überschlag, aber sie schafft es, sie hat viel Glück dabei meiner Meinung nach.


11. 8. 2002

Ich habe ein Kind geboren, ein Mädchen. Es ging so schnell und so eigenartig leicht, dass ich es erst gar nicht gesehen habe, die Hebammen haben es so selbstverständlich genommen und gewaschen und gewogen. Ich sollte für die Nachgeburt in ein anderes Zimmer gehen, um Platz zu machen, und bin dabei fast in Ohnmacht gefallen. Ich wurde geführt zu einem Polsterkissen, dass auf leicht verrutschten gelben Decken stand - wirkte alles etwas unhygienisch.


13. 3. 2003

Das Wasser war schnell gestiegen in den letzten Stunden. Die Stadt war zweigeteilt, durch Bahnlinie und Straßen. Ich kannte sie ganz gut, die anderen auf der Klassenfahrt nicht so gut, ich erklärte immer wieder etwas. Ich hatte etwas Angst vor dem Wasser, dass es so schnell stieg auf ungewöhnliche Höhen, aber die Einheimischen waren recht gelassen.


10. 3. 2003

Ich stand an drei offenen Gräbern in NYC - es war eigentlich nur ein Film, aber ich wollte eigentlich keinen der Morde mit ansehen. Es spielte auf einem Friedhof, wo die frischen Gräber (frisch zugeschüttet) mit einem zarten Rundzelt abgedeckt wurden, und diese wurden von Homeless-People benutzt. Für den Film legten sie sich allerdings in die Zelte in den Schein einer Straßenlaterne, was blöd war, weil sie dadurch völlig sichtbar wurden durch das Zelttuch. Die drei waren seltsamer Weise Mitarbeiter einer großen Computerfirma, die ihre Büros auf den Dächern von Manhattan hatte, an coolster und exponiertester Stelle, in Glashäusern. Manhattan war aber bergig, und die Hochhäuser waren genauso hoch wie eine abgebrochene Bergkette.


26. 3. 2003

Kinder wurden zur Arbeit von ihren Eltern weggelockt mit Versprechungen für eine Ausbildung auf See, und zunächst auch gut behandelt, später allerdings ausgebeutet und miserabel behandelt. Ich war dann eins von den Kindern, ein etwas dickliches, auf der Überfahrt nach New York mit der Fähre blieben wir stecken. Irgendwie ging es nicht weiter, und die anderen Fähren fuhren mit Express-Tempo an uns vorbei. Wir waren plötzlich im Wasser und auf Behelfsbooten: ein langes gelbes Schlauchrennboot und ein Schneidebrett-Motorboot. Ich saß vorn auf dem Brettboot, und wusste nicht, wie wir es antreiben können, als hinten ein Junge mit ungeheurem Beinschlag das Boot antrieb und auf das Schlauchboot schob, das plötzlich losfuhr nach NY. Ich war erfreut und hielt mich gut fest.


7. 1. 2006

R. ist dabei, um die 900 Bewerbungen zu sichten: bei Sex and the City ist eine Stelle frei. Ich bin mit den Kindern da. Rh. will allein in die Kita gehen, erst freue ich mich, dann fällt mir ein dass sie auf keinen Fall allein über die Strasse gehen kann. Ich renne hinterher, halte sie auf, bringe sie zurück. Samantha und Carrie und Miranda kommen in den Raum, sie setzen rote Hüte auf, alle unterschiedlich, alle verdecken das Gesicht. Samantha sagt, es seien Tarnkappen, die schützen vor Kinderblicken, wenn über unpassende Sachen gesprochen wird. F. sagt: "Ist mir egal, wenn ihr einen Hut aufhabt, Hauptsache, er sieht gut aus."